Servicewüste Deutschland… - Blog / News - Übersetzungsbüro für Technik in Hamburg

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Servicewüste Deutschland…

Übersetzungsbüro für Technik in Hamburg
Herausgegeben von in Dolmetschen ·
Übersetzungen für Privatkunden

Der Lichtschalter der Terrassenbeleuchtung funktioniert plötzlich  nicht mehr. Die Terrassenbeleuchtung war vorher auch schon viel zu  dunkel, und die Küchenlampe wollten wir auch austauschen, sie ist  defekt, wir „tappen im Dunkeln“. Unser Problem: Alle von uns  angesprochenen Elektriker sind plötzlich für die nächsten 6 Wochen  ausgebucht. Haben die sich gegen uns verschworen? Nein, ein so „kleiner“  Auftrag eines Privatkunden lohnt sich für sie nicht. Das erfahren wir  von einem anderen Hundehalter, den wir auf einem Spaziergang treffen und  der uns im Rahmen der Nachbarschaftshilfe gegen eine Tasse Kaffee und  einen netten Plausch aus der Klemme hilft.

Warum erzähle ich das hier, auf meiner Homepage, auf der es doch um Übersetzungen gehen sollte?

Weil ich vor ein paar Tagen ein denkwürdiges Erlebnis hatte. Das  Telefon klingelt, ein Herr ist am Apparat, ob ich auch „Englisch“  übersetze? Ja, mache ich. Seine Frau braucht für die Krankenkasse die  wahrscheinlich „beglaubigte“ es heißt „bestätigte“, siehe: Deutsche Rechtssprache ca. 6 Zeilen. Und es ist ziemlich dringend…

Ich stecke gerade in einem Großprojekt, in dem ich nicht nur ca. 15.000 Wörter (ohne Wiederholungen) für die Übersetzung einer Website  aus Excel-Tabellen und html-Dateien voller Steuercodes zu übersetzen  habe (und eben wegen nämlicher Steuercodes nur schleppend voran komme),  sondern mein Kunde hat mich auch damit beauftragt, diese Übersetzung in 3  anderen Sprachen (Spanisch, Italienisch und Slowenisch)  zu koordinieren, und natürlich haben die Kollegen Rückfragen und  natürlich gebe ich diese Fragen an den Kunden weiter, soweit ich sie  nicht selbst beantworten kann und schicke die Antworten dann wieder an  die Kollegen zurück. Und die Zeit drängt….

Alles, was ich jetzt ganz dringend „brauche“, ist eine Unterbrechung  durch eine Seite Übersetzung eines Privatkunden, der zu mir ins Büro  kommt und mir sein Problem erklärt…

Und da fällt mir wieder der Elektriker ein… Sind wir nicht alle  irgendwann einmal Privatkunden? Ein Übersetzer ist ein Dienstleister,  oder…?

Ich sage zu und wir verabreden uns noch für denselben Tag, gegen Ende  des Vormittags. Der Herr ist gut organisiert, von seinem Dokument hat  er bereits eine Kopie gefertigt und wir vereinbaren, dass er die  Übersetzung noch heute Abend wieder abholt und dann auch gleich bezahlt.  Etwas ängstlich fragt er nach den Kosten – er braucht die Übersetzung  unbedingt… Ich überschlage meinen Zeilenpreis, rechne die Kosten für die  Bestätigung (NICHT „Beglaubigung“!) hinzu, ohne dabei die Umsatzsteuer  zu vergessen, und runde auf die nächst höhere Zahl auf, denn Übersetzungen vom Englischen ins Deutsche werden in der Regel etwas länger.

Einen Aufschlag für die sprichwörtliche „Arzthandschrift“ berechne  ich nicht, zumal der Kunde mir den Text vorlesen kann, da er ihn kennt  und versteht.

Zu meinem großen Erstaunen ist der Kunde angesichts meiner  Preisvorstellungen nicht entsetzt – sondern erleichtert. Und nun erfahre  ich, dass er – damals noch zu DM-Zeiten – eine Übersetzung von ca. 9  (in Worten: N E U N) Zeilen bei einem freiberuflichen Übersetzer  in Auftrag gegeben hatte, ohne dass dieser ihm zuvor einen Preis  genannt hatte (was gerade einem Privatkunden gegenüber nicht gerade fair  ist, finde ich).

Bei der Abholung der Übersetzung erlebte er dann eine böse  Überraschung: Der Dienstleister verlangte 290,00 DM (in Worten: Z W E I H  U N D E R T N E U N Z I G  DM) von ihm!

Kaufmännisch korrekt und ethisch vertretbar wäre es gewesen, wenn der  Übersetzer dem Kunden spätestens dann, als dem Übersetzer das Dokument  vorlag, dem Kunden zumindest eine ungefähre Preisspanne genannt hätte.  Das tue ich grundsätzlich, damit beide Seiten von vornherein wissen,  worauf sie sich einlassen. Dabei sollte sich der Übersetzer gerne ein  paar Minuten Zeit lassen, denn allzu gerne vergisst man dabei die  Berechnung der Umsatzsteuer (im B2B-Bereich nennt man nur die  Nettopreise) und die Kosten für eine eventuelle Bestätigung. Außerdem  wird die Übersetzung je nach Sprachkombination gegenüber dem  Ausgangstext jeweils kürzer oder länger.

Wenn der Endpreis für den Kunden schließlich niedriger ausfällt,  freut er sich. Aber falls der Preis höher ausfallen sollte, wäre er  bitter enttäuscht und würde sich betrogen fühlen. Deshalb bleibe ich in  einem solchen Fall bei meinem Kostenvoranschlag, damit der Kunde weiß,  dass er sich auf mich verlassen kann.

Selbst wenn man die Umsatzsteuer, die Kosten für die Bestätigung und  vielleicht noch einige Zeilen für einen Briefkopf hinzurechnet, gibt es  für die Erfahrung dieses Privatkunden eigentlich nur eine Bezeichnung: Abzocke bei Übersetzungsdienstleistungen!

Offen gestanden war mir diese unschöne Erfahrung meines Kunden  regelrecht peinlich. Sie ist auf keinen Fall dazu geeignet, den Ruf  unserer gebeutelten Branche zu verbessern und das Vertrauen in  Übersetzer, seien es freie Übersetzer oder Übersetzungsbüros / Übersetzungsagenturen zu festigen.

Ziemlich betreten stellte ich dem Herrn, übrigens ein Rentner, der sicherlich nicht über die finanziellen Mittel und den Übersetzungsbedarf  eines Großkunden verfügt, eine ordentliche Rechnung unter Ausweis der  Umsatzsteuer mit dem Hinweis aus, dass die Berufsverbände der Übersetzer  gerade dafür kämpfen, dass die Krankenkassen derartige Kosten für ihre  Mitglieder übernehmen. Im Übrigen besteht vielleicht die Möglichkeit,  dass er diese Kosten am Jahresende in seiner Einkommensteuererklärung  geltend macht. Das ist sicherlich eine Ermessensfrage des jeweiligen  Finanzamtes, aber ich wollte es nicht unerwähnt lassen.

Mein Kunde war sehr zufrieden ob dieser Betreuung und erzählte mir,  dass er tatsächlich mehrere Übersetzer angerufen hatte. Ich hatte den  Zuschlag erhalten, weil ich „die netteste Stimme am Telefon hatte“ und  weil die anderen – ihn mehr oder weniger eiskalt hatten abblitzen lassen  (siehe die Sache mit dem Elektriker oben…).

Ich selbst verstehe mich als Dienstleister. Den Beruf der  Übersetzerin habe ich gewählt, weil er mir Spaß macht. Deshalb gibt es  für mich nur interessante Kunden – ob Privatkunden mit kleinen Aufträgen  oder Firmenkunden mit wochenlangen Projekten. Ich freue mich ganz  einfach über jede Kontaktaufnahme und stehe auch für Notfälle gerne zur  Verfügung.

Erreichen können Sie mich über mein Kontaktformular  (damit können Sie ganz unverbindlich den von Ihnen gewünschten Text für  einen Kostenvoranschlag mitschicken) oder aber, wenn Ihnen das lieber  ist, bin ich auch telefonisch erreichbar unter:

+49 (0)40 / 513 180 90
+49 (0)172 61 56 813

Moral von der Geschicht‘?

Wenn wir als Übersetzer und Dienstleister unseren eigenen,  persönlichen Ruf sowie den der Branche retten wollen, sollten wir uns  alle darauf besinnen, dass ein Kunde ein Kunde ist, sei er ein  multinationales Unternehmen oder ein Rentner, der übrigens Zeit genug  hat, um seine gemachten Erfahrungen in seinem Bekanntenkreis  weiterzugeben…. In der Werbebranche nennt man das „Multiplikatoren“, und  die können je nach Sachlage nützlich sein – oder eben gefährlich!



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